Herzlich willkommen
Selbstbestimmung bis zuletzt
Wer bestimmt eigentlich, wie Sie leben möchten?
Wahrscheinlich würden Sie spontan antworten: "Natürlich ich!"
Aber gilt das auch für die Zeit, in der wichtige Entscheidungen zu treffen vielleicht nicht mehr so leichtfallen? Für die letzten Lebensjahre? Für die letzte Lebensphase?
Eine Frage, die viele Menschen lieber auf später verschieben. Das ist verständlich.
Schließlich sprechen die wenigsten gern über Krankheit, Sterben oder Tod.
Trotzdem lohnt es sich, darüber nachzudenken.
Denn jeder Mensch hat Wünsche, Werte und Vorstellungen davon, wie er leben möchte.
Und auch davon, wie er begleitet, behandelt und versorgt werden möchte, wenn das Lebensende näher rückt.
Ein Thema, das uns alle betrifft
Lange Zeit wurden Entscheidungen oft für Menschen mit Behinderung getroffen.
Heute steht etwas anderes im Mittelpunkt:
Menschen mit Behinderung haben das gleiche Recht auf Selbstbestimmung wie alle anderen Menschen. Dazu gehört auch das Recht, eigene Wünsche und Vorstellungen für Krankheit, Krisensituationen und das Lebensende zu äußern.
Genau hier setzt die Gesundheitliche Versorgungsplanung an.
Sie schafft Raum für Gespräche über persönliche Wünsche, Werte und Entscheidungen. Nicht irgendwann. Sondern dann, wenn man selbst noch sagen kann, was einem wichtig ist.
Denn Hand aufs Herz: Wer könnte besser wissen, was für einen Menschen richtig ist, als dieser Mensch selbst?
Warum das wichtig ist
Wenn plötzlich wichtige medizinische Entscheidungen getroffen werden müssen, geraten Angehörige, rechtlich Vertretende, Ärztinnen und Ärzte sowie Mitarbeitende der Eingliederungshilfe häufig in schwierige Situationen.
Dann wird oft gefragt:
"Was hätte die Person wohl gewollt?"
Besser ist es natürlich, wenn niemand raten muss.
Gespräche zur Gesundheitlichen Versorgungsplanung können dabei helfen, Wünsche sichtbar zu machen und Selbstbestimmung auch dann zu ermöglichen, wenn jemand nicht mehr selbst sprechen kann.
Unser Netzwerk
Als Netzwerk beschäftigen wir uns mit der Gesundheitlichen Versorgungsplanung für Menschen mit Behinderung in der Eingliederungshilfe.
Wir bringen Menschen zusammen, die das Thema gemeinsam voranbringen möchten:
Gemeinsam informieren wir, tauschen Erfahrungen aus, entwickeln Ideen und stärken damit die Selbstbestimmung von Menschen mit Behinderung.
Mutige Gespräche mit überraschend guten Nebenwirkungen
Denn über das Sterben zu reden hat noch niemanden umgebracht.
Überraschenderweise entstehen dabei oft keine traurigen Gespräche, sondern gute.
Ehrliche. Manchmal sogar lustige.
Denn wer über das Lebensende spricht, spricht meistens auch über das Leben.
Über Lieblingsmenschen. Über Wünsche. Über Ängste. Über Mut. Über Dinge, die noch wichtig sind.
Darum geht es uns
Nicht um das Sterben.
Sondern um Selbstbestimmung.
Um Teilhabe.
Um Würde.
Und darum, dass die Stimme von Menschen mit Behinderung gehört wird.
Heute. Morgen. Und bis zuletzt.
Denn das eigene Leben sollte niemand für andere planen müssen. Aber jeder Mensch sollte die Möglichkeit haben, sein eigenes Leben und Sterben mitzugestalten.